Beim Vergleich von 2.8mm- und 3.6mm-Sicherheitskameraobjektiven geht es letztlich um Abdeckung und Detail. Eine kürzere Brennweite erfasst normalerweise ein breiteres Sichtfeld. Eine längere Brennweite bietet bei gleicher Entfernung meist ein engeres Sichtfeld mit mehr Details. Käufer wählen Kameras oft zuerst nach der Auflösung aus, doch die Objektivwahl ist ebenso wichtig dafür, ob das Bildmaterial brauchbar ist.
Eine CCTV-, IP- oder PoE-Kamera wird möglicherweise mit einem Festobjektiv von 2.8mm, 3.6mm oder 6mm angeboten. Die richtige Wahl hängt von der Szenenbreite, der Entfernung zum Ziel, der Montageposition, der Sensorgröße und dem erforderlichen Beweiswert ab. Ein Weitwinkelobjektiv kann einen ganzen Raum zeigen, aber ein Gesicht am anderen Ende nicht identifizierbar machen. Ein 6mm-Objektiv kann ein Tor klar erfassen, dabei jedoch Aktivitäten neben der Kamera verpassen.
So funktioniert es
Die Brennweite wird in Millimetern gemessen. 2.8mm gelten bei vielen Sicherheitskameras allgemein als Weitwinkel, 3.6mm als mittleres Festobjektiv und 6mm als engerer Bildwinkel. Das genaue Sichtfeld hängt von Sensorgröße und Modell ab; Käufer sollten daher nicht annehmen, dass jede 2.8mm-Kamera denselben Winkel hat. Herstellerangaben zum Sichtfeld und eine Entfernungsschätzung am Standort sollten gemeinsam geprüft werden.
Ein 2.8mm-Objektiv eignet sich, wenn die Kamera nahe am Ziel steht oder der Überblick wichtiger ist als Details in der Ferne. Beispiele sind kleine Räume, Eingangsbereiche, Empfangszonen und eine breite Innenraumübersicht. Es eignet sich nicht, wenn auf der gegenüberliegenden Seite eines großen Hofs eine Person klar identifiziert werden soll. Das Bild wirkt zwar vollständig, doch jede Person beansprucht weniger Pixel, weil die Szene über einen großen Winkel verteilt ist.
Typische Einsatzbereiche gängiger Festobjektive für Sicherheitskameras
Objektiv
Allgemeines Sichtfeld
Typischer Einsatz
Wichtiger Hinweis
2.8mm
Weites Sichtfeld mit viel Kontext
Kleine Räume, kurze Eingänge, Veranden, breite Innenraumübersicht
Details nehmen mit der Entfernung schnell ab
3.6mm
Mittleres Sichtfeld mit mehr Details als 2.8mm
Eingänge, kleine Geschäfte, Flure, allgemeine Außenansichten
Für Identifizierung über große Entfernung möglicherweise immer noch zu weit
6mm
Engeres Sichtfeld mit mehr Details in der Ferne
Einfahrten, Tore, Gänge, gezielte Eingänge, schmale Parkspuren
Erfasst bei alleiniger Verwendung den seitlichen Nahbereich möglicherweise nicht
Ein 3.6mm-Objektiv ist häufig eine ausgewogene Wahl für Eingänge, kleine Geschäfte, kurze Flure und allgemeine Außenansichten. Gegenüber 2.8mm geht etwas Bildbreite verloren, dafür können Details bei mittlerer Entfernung besser erkennbar sein. Für viele Käufer ist es ein praktischer Kompromiss, wenn eine Kamera sowohl Überblick als auch eine gewisse Wiedererkennung ermöglichen soll. Für Identifizierung über große Entfernungen ersetzt es jedoch kein gezieltes Objektiv.
Ein 6mm-Objektiv eignet sich für enger begrenzte Zielbereiche wie Tore, Einfahrten, Gänge, schmale Parkspuren oder längere Zufahrten. Es kann mehr Pixel auf eine Person oder ein Fahrzeug in der Entfernung legen, deckt aber weniger seitliche Fläche ab. In einem gewerblichen Überwachungssystem lässt sich eine 6mm-Kamera mit einer Weitwinkelkamera kombinieren, damit das NVR-System sowohl Kontext als auch Details aufzeichnet.
Montagehöhe und Winkel können das Ergebnis ebenso stark beeinflussen wie die Brennweite. Eine 3.6mm-Kamera auf Augenhöhe an einem Eingang kann Gesichter besser erfassen als ein höher auflösendes Modell hoch oben unter dem Dachvorsprung. Eine zu steil auf die Einfahrt gerichtete 6mm-Kamera kann Gesichter in Fahrzeugen oder Personen nahe der Wand verpassen. Die Objektivwahl sollte deshalb an der vorgesehenen Position getestet und nicht allein anhand einer Katalogtabelle getroffen werden.
Eine Methode aus dem QuarkView-Leitfaden zur CCTV-Systemplanung: Wählen Sie die Objektivgröße erst, nachdem Sie die Zielentfernung festgelegt haben.
Merkmale im Vergleich
Das Sichtfeld ist nicht nur horizontal. Das vertikale Sichtfeld ist bei Türen, Theken, Treppen und der Montagehöhe ebenfalls wichtig. Eine hoch montierte Weitwinkelkamera zeigt möglicherweise viel Bodenfläche, aber nur wenig Gesichtsdetails.
Die Pixeldichte ist der praktische Maßstab hinter der Objektivwahl. Dieselbe 4MP-Kamera liefert je nach Objektivbreite und Entfernung zum Ziel unterschiedlich aussagekräftige Bilder.
Die Sensorgröße beeinflusst das Sichtfeld, das dieselbe Objektivangabe erzeugt. Ein als 3.6mm angegebenes Objektiv kann an einer Kamera mit anderem Sensor einen abweichenden Winkel ergeben.
Schätzen Sie die Zielbreite in realen Maßeinheiten. Ist ein zwei Meter breiter Eingang der wichtige Bereich, wählen Sie ein Objektiv, das diesen Eingang mit ausreichend Umgebung erfasst, statt einen ganzen Hof ohne Details zu zeigen.
Varifokal-Kameras lassen sich nach der Installation einstellen und sind hilfreich, wenn das genaue Sichtfeld noch unklar ist. Festobjektiv-Kameras sind einfacher und oft günstiger, erfordern aber eine bessere Planung.
Sichtabstand und aufgezeichnete Details prüfen
Messen Sie die Entfernung zum Ziel, bevor Sie das Objektiv auswählen. Liegt der wichtige Punkt drei Meter von der Kamera entfernt, kann ein 2.8mm-Objektiv genügen. Liegt er zwölf Meter entfernt an einem Tor, ist möglicherweise 6mm oder eine Varifokal-Option geeigneter. Berücksichtigen Sie auch Montagehöhe und Blickrichtung.
Versuchen Sie nicht, jedes Problem mit einem Weitwinkel zu lösen. Weitwinkelobjektive sind attraktiv, weil sie die benötigte Kamerazahl senken können, aber einen falschen Eindruck von ausreichender Abdeckung vermitteln. An Eingängen, Kassenbereichen und Fahrzeugengstellen sind Details möglicherweise wichtiger als der Blick auf die gesamte Umgebung.
Planen Sie die Objektivauswahl zusammen mit Speicher und Bandbreite der Überwachung. Ein engeres Objektiv erhöht nicht automatisch die Bitrate, doch für Detailkameras wählen Käufer möglicherweise eine höhere Auflösung oder Bitrate. Der NVR muss die gewählte Kamerakombination aufzeichnen können.
Berücksichtigen Sie bei Outdoor-Sicherheitskameras Wetter, Sonneneinstrahlung und Nachtbeleuchtung. Ein Blick auf eine lange Einfahrt mit 6mm kann tagsüber funktionieren, nachts jedoch durch begrenzte IR-Reichweite, Bewegungsunschärfe oder Scheinwerfer an Details verlieren.
Bitten Sie bei wichtigen Ansichten um Beispielbilder oder eine Standortsimulation. Halten Sie wenn möglich eine Kamera vorübergehend an die geplante Position und zeichnen Sie eine Person oder ein Fahrzeug in der Zielentfernung auf. Ein Vergleich von 2.8mm, 3.6mm und 6mm vom selben Standort ist oft hilfreicher als eine Diskussion der technischen Daten.
Typische Anwendungen
2.8mm-Objektive sind in kleinen Räumen, an Hauseingängen, in Empfangsbereichen, Aufzügen und allgemeinen Übersichtspositionen verbreitet. Sie eignen sich, wenn Aktivitäten sichtbar sein sollen, nicht unbedingt Personen in der Ferne identifiziert werden müssen.
3.6mm-Objektive sind an Ladeneingängen, in Fluren, kleinen Büros und an Außenwänden verbreitet. Für ein PoE-Sicherheitskamerasystem mit gemischten Innen- und Außenbereichen sind sie oft eine ausgewogene Option.
6mm-Objektive sind an Toren, in Lagergängen, an Laderampen, in langen Fluren, auf Parkspuren und an gezielten Zugangspunkten verbreitet. In verkabelten Überwachungssystemen werden sie oft mit Weitwinkelkameras kombiniert.
Häufige Probleme
Der erste Fehler besteht darin, die weiteste Option zu wählen, weil auf dem Bildschirm mehr zu sehen ist. Das aufgezeichnete Bild liefert dann möglicherweise nicht genug Details zur Wiedererkennung oder Identifizierung.
Der zweite Fehler ist die Wahl eines engen Objektivs ohne Berücksichtigung von Aktivitäten in der Nähe. Eine 6mm-Kamera erfasst möglicherweise das Tor, übersieht aber jemanden direkt unter oder neben der Kamera.
Der dritte Fehler besteht darin, die Sensorgröße zu ignorieren. Die Millimeterangabe des Objektivs ist hilfreich, doch die tatsächliche Sichtfeldspezifikation der Kamera eignet sich besser zum Modellvergleich.
Ein vierter Fehler ist, sich nach der Aufnahme auf den digitalen Zoom zu verlassen. Digitalzoom vergrößert vorhandene Pixel; er erzeugt nicht die Details, die ein besser gewähltes Objektiv oder eine nähere Kameraposition erfasst hätte.
FAQ
Ist 2.8mm besser als 3.6mm?
Keines ist grundsätzlich besser. 2.8mm bietet einen weiteren Blickwinkel. 3.6mm ist enger und kann bei mittlerer Entfernung mehr Details liefern.
Wann sollte ich ein 6mm-Sicherheitskameraobjektiv verwenden?
Verwenden Sie 6mm für gezielte Ansichten wie Tore, Einfahrten, Gänge und Eingänge, wenn das Ziel weiter von der Kamera entfernt ist.
Kann eine höhere Auflösung ein Weitwinkelobjektiv ausgleichen?
Eine höhere Auflösung hilft, ersetzt aber nicht vollständig die richtige Objektivwahl und Kameraposition.
Sollte ich ein Festobjektiv oder ein Varifokalobjektiv kaufen?
Ein Festobjektiv ist einfach, wenn der Standort bekannt ist. Ein Varifokalobjektiv ist nützlich, wenn sich der genaue Bildausschnitt nach der Montage einstellen lassen soll.
Welches Objektiv eignet sich am besten für eine Haustür?
Ein kurzes oder mittleres Objektiv ist üblich. Die beste Wahl hängt jedoch von Montageabstand, Türbreite und erforderlichen Gesichtsdetails ab.
Zusammenfassung
Bei der Wahl zwischen 2.8mm-, 3.6mm- und 6mm-Objektiven gilt es, breiten Überblick und Details am Ziel abzuwägen. Käufer sollten Entfernungen messen, das tatsächliche Sichtfeld prüfen und die Objektivgröße nach den benötigten Beweisen an jeder Kameraposition auswählen.
Dieser Leitfaden des QuarkView Security Learning Center für internationale Käufer unterstützt bei der Wahl von CCTV-Kameraobjektiven, der Sichtfeldplanung für IP-Kameras, der Installation von PoE-Kameras, dem NVR-Systemdesign, der Abdeckung kabelgebundener Überwachungssysteme, der Speicherplanung, der Positionierung von Outdoor-Kameras und Angeboten für gewerbliche Überwachungssysteme.
Planen Sie Ihr Sicherheitskamerasystem mit QuarkView
Wenn Sie 2.8mm-, 3.6mm- und 6mm-Sicherheitskameraobjektive vergleichen, sind Sichtfeld, Flurabdeckung und Details am Eingang entscheidend. entdecken Sie passende QuarkView-Produkte oder kontaktieren Sie QuarkView für Unterstützung bei Projekt- und Mengenanfragen.
Verwandte QuarkView-Planungsressourcen
Vergleichen Sie als nächsten Planungsschritt 4MP- vs. 5MP- vs. 8MP-Sicherheitskameras erklärt, Weitwinkel- oder Zoom-Sicherheitskameras: Sichtfeld und Details erklärt, 4K-Sicherheitskamerasystem auswählen: Kaufratgeber, Farbkameras nach ColorVu-Art und Infrarotkameras im Vergleich erklärt, Häufige Fehler bei der CCTV-Installation und wie Sie sie vermeiden. Diese verwandten Leitfäden verbinden Entscheidungen zu Produktauswahl, Platzierung, Aufzeichnung, Installation und langfristiger Zuverlässigkeit.
Verwandte QuarkView-Produktkategorien
Quellen
- Axis Communications. Objektive in der Überwachung. Quelllink (https://whitepapers.axis.com/en-US/lenses-in-surveillance)
- Axis Communications. Pixeldichte und DORI. Quelllink (https://whitepapers.axis.com/en-us/pixel-density-and-dori)
- ONVIF. ONVIF-Profile für IP-basierte physische Sicherheitsprodukte. Quelllink (https://www.onvif.org/profiles/)
- Western Digital. Rechner für Überwachungs-/CCTV-Speicherkapazität. Quelllink (https://www.westerndigital.com/solutions/surveillance)